Kulturhistorischer Rundgang

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Unser Dorf ist zwar kein Museum und trotzdem haben wir Ihnen viel zu zeigen! Machen Sie sich mit uns auf den Weg durch die Geschichte einer Moselgemeinde. Bestaunen Sie kunsthistorisch herausragende Gebäude und entdecken Sie regionaltypische Bauernhausformen. Liebe zum Detail, handwerkliches Geschick und reiche Tradition zeigen sich in vielen Beispielen.

Bewundern Sie geheimnisvolle Mauern um Bauerngärten, kunstvoll geschmiedete Gitter, geschnitzte Haustüren oder behauene Sandsteine und genießen Sie ein Dorf in schöner Landschaft.

Dokumente zum Download – Kulturhistorischer Rundgang:

 

1. Pfarrkirche St. Laurentius (Maximinstr.)

Pfarrkirche St. Laurentius (Maximinstr.)Um 1771 erbaute Saalkirche nach Plänen von Johannes Seitz, unter Einbeziehung eines um zwei Geschosse erhöhten romanischen Turmes der Vorgängerkirche mit schlanker achtseitiger Schieferpyramide. Im fünften Geschoss des Turmes eine Steinfigur der Gottesmutter (Immakulata), auf den Eckpodesten des Dachgiebels überlebensgroß die heiligen Bischöfe Maximin (hofseitig) und Willibrord (straßenseitig).

Original einheitliche Inneneinrichtung fast vollständig erhalten. Hochaltar von 1772, mit Tabernakel und Kirchenpatron Laurentius im Zentrum, seitlich der hl. Petrus und die hl. Barbara.

Im Aufbau Gottvater in Wolken. Zwei Seitenaltäre mit Figuren der Mutter Gottes und der hl. Katharina. Besonders erwähnenswert die aus der Erbauungszeit stammende mit Rokoko-Ornamenten verzierte Kommunionbank, die Kanzel, zwei gleiche Beichtstühle und die an den Wangen reich geschnitzten Kirchenbänke.

Spätgotische Holzfigur der Mutter Gottes mit Jesuskind auf der Mondsichel (Traubenmadonna). Taufstein aus römischen Architekturteilen.

 

2. Maximinerhof (Eingang Maximinstr.)

Maximinerhof (Eingang Maximinstr.)Grundherrschaftlicher Wirtschaftshof der Reichsabtei St. Maximin in Trier. Erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Ursprünglich ein Oberhof, der u.a. die Höfe von Kenn, Issel und Riol sowie das Fährhaus in Schweich mitverwaltete.

Der heutige geschlossene Hofkomplex entstand 1714 nach Umbau und Erweiterung des Vorgängerbaues. Treppenturm aus dem 16. Jahrhundert am Ostflügel. Torbogen mit spätgotischem Scheitelstein und Wappen des Abtes Nicetius André aus dem Jahre 1714.

Der säkularisierte Kirchenbesitz wurde 1808 versteigert, in einzelne landwirtschaftlich genutzte Hauseinheiten aufgeteilt und umgestaltet.

 

Pfarrhof (Kratzenhofstr.)

3. Pfarrhof (Kratzenhofstr.)

Barockes Herrenhaus, erbaut 1754. Freistehend mit straßenseitiger Ummauerung und Wirtschaftsgebäuden.

Feudale Fassade mit gereihten, segmentbogigen Fenstereinfassungen und klassizistischem Türblatt.

Neben den Torpfeilern Wappenstein des Pfarrers Johannes Reckschenkel von 1564.

 

4. Kratzenhof (Maximinstr./Kratzenhofstr.)

Kratzenhof (Maximinstr./Kratzenhofstr.)Spätmittelalterliches Haus der Grafen Cratz von Scharfenstein, auch Colinshof oder Scharfensteiner Hof genannt.

1786 von der Reichsabtei St. Maximin erworben und nach der Säkularisation 1808 teilweise niedergelegt. 1830 wurde straßenseitig ein fünfachsiges Wohnhaus mit Gastwirtschaft und Saal im Obergeschoß erbaut.

Anfang des 20. Jahrhunderts Erweiterung des Komplexes entlang einer leicht gebogenen Fluchtlinie.

 

5. Treppengiebelhaus (Moselpromenade)

Treppengiebelhaus (Moselpromenade)Mit der Giebelseite zur Mosel stehendes Wohngebäude (um 1600). Massivhaus mit getrepptem Steinplattengiebel und aus dem First herausragendem Kamin.

Die Moselseite weist einen zweigeschossigen Giebel mit unregelmäßig gesetzten Fenstern und breiten Auffassungen auf.

Der Bau dürfte im Zusammenhang mit den in Longuich überlieferten Lehen oder mit einer Moselfähre stehen.

Der Typ dieses Hauses ist an der Mosel nur in ganz wenigen Exemplaren belegt.

 

6. Brückenzollhäuschen (Brückenstr.)

Quadratischer Bau unter Schieferhelm. Das Zollhäuschen wurde 1912 mit dem Bau der ersten Moselbrücke in Longuich zur Erhebung des Brückenzolls errichtet.

Die Ende des II. Weltkriegs zerstörte Brücke wurde 1949 wieder hergestellt.

 

7. Alte Burg (Maximinstr.)

1360 erstmals erwähnter, befestigter Wohnsitz der Ritter Platt von Longuich. 1946 Umbau im Stil der Trierer Spätgotik. In der Westhälfte aus dieser Zeit originale Fenstergewände mit Dreipaßblenden in geradem Sturz.

Alte Burg (Maximinstr.)

Ursprünglich dreigeschossiger, quadratischer Bau aus Schieferbruchstein mit verteidigungsfähigem Turm und kleinen Ecktürmchen.

Ab dem 16. Jahrhundert gleichzeitig mehrere Besitzer, u.a. die von Benzerath und Laudolf von Bitburg.

Ende des 18. Jahrhunderts im Besitz der Reichsabtei St. Maximin. 1790 Abbruch des dritten Geschosses und Aufsetzen des heutigen Satteldaches.

Nach der Säkularisation Teilung und Versteigerung: Westseite Nutzung als Ökonomiegebäude, Ostseite Umbau zum Bauernhaus im Typ Quereinhauses.

 

8. Alte Schule (Maximinstr.)

Alte Schule (Maximinstr.)1845 in klassizistischer Formensprache errichteter traufständiger Bau.

Anspruchsvoll differenzierte Fassadengestaltung aus gebändertem Erdgeschoss und über zwei Geschosse reichender Stufenblende als Mittelakzent.

Hierin eingesetzt das Wandpfeilerportal mit Datierung. Schiefergedecktes Satteldach, dicht gereihte, rechteckige Fenster mit Einfassungen. Fensterbänke und Schlagläden im Untergeschoss.

Nutzung als Schulgebäude mit Klassenzimmern und Lehrerwohnung bis 1967.

 

9. Filialkirche St Sebastian – Kirscher Kapelle (Bachstr.)

Filialkirche St Sebastian - Kirscher Kapelle (Bachstr.)1781 errichteter dreiseitig schließender Saalbau mit Gewölbedecke (Voutendecke).

Giebelfassade durch ein rechteckiges Sandsteinportal mit originaler kassetierter, zweiflügliger Tür betont. In der Nische darüber der hl. Wendelinus.

Achteckiger, verschieferter Dachreiter mit geschweifter Haube. Innen neun gleichartig gehaltene Gemälde mit der paarigen Darstellung der 14 Nothelfer und einem Bildnis der hl. Dreifaltigkeit.

In der Chorschräge Sandsteinfiger des hl. Sebastian (16. Jh.) wahrscheinlich aus der Werkstatt des Hans Ruprecht Hoffmann. Die Filialkirche ist typisch für den spätbarocken Kapellenstil im Trierer Land.

Sie folgte einem Bauwerk, das zwischen 1599 und 1623 konsekriert wurde.

 

Pietà (Bothgasse)

10. Pietà  (Bothgasse)

Darstellung Marias mit dem Leichnam Christi am Abend des Karfreitags.

Das hölzerne Vesperbild (Ende 18. Jh) befand sich in einer Nische des 1902 abgebrochenen Fährturmes auf Kirscher Seite.

 

11. Römische Villa Urbana

Badetrakt einer aus dem Ende des 2. Jh. stammenden prachtvollen Landvilla. Ergraben und rekonstruiert ist der Ostflügel des insgesamt 110 x 28 Meter umfassenden Komplexes.

Römische Villa Urbana

Mehrräumige Anlage mit Caldarium (Heißbad), Tepidarium (Warmbad), Sudatorium (Schwitzbad), Frigidarium (Kaltbad) und Praefurnium (Feuerungsraum).

Angedeutete Säulengänge um einen größeren Innenhof. Mauerreste im Innenhof z.T von einem Vorgängerbau aus der Mitte des 1. Jh (Villa Rustica).

Im Inneren originale Teile des Heiz- und Abflußsystems sowie Badewannen; Rekonstruierter Marmorboden. Der Steinsarg unterhalb der Villa gehörte vermutlich zu einem größeren Gräberfeld in unmittelbarer Nachbarschaft.

 

12. Winzerhaus – giebelständiges Quereinhaus (Maximinstr.)

Winzerhaus - giebelständiges Quereinhaus (Maximinstr.)Das zur Straße orientierte Wohnhaus mit Wirtschaftsteil liegt als gestreckte Einheit unter einem Giebel mit gleicher Höhe. Teile des Wirtschaftsgebäudes datieren bereits aus dem Jahr 1744, die wesentliche Bausubstanz stammt von 1833.

Die Traufhöhe und damit die lichte Höhe des Scheunentores orientieren sich an der Notwendigkeit, den Kelter zu befüllen (über dem Faßdeckel) und mit dem Heuwagen einfahren zu können.

Typische Merkmale:

  • Schiefergedecktes Krüppelwalmdach mit steiler Neigung ohne Dachüberstand
  • Fenster- und Türgewände aus Sandstein
  • Kopfsteinpflaster aus Basalt

 

13. Winzerhaus – traufständiges Quereinhaus (Mühlenstr.)

Winzerhaus - traufständiges Quereinhaus (Mühlenstr.)Anwesen mit schiefergedecktem Walmdach, dessen Ursprungsbau aus fünfachsigem Wohnteil (1836) und Wirtschaftsteil (1842) im Jahre 1902 in Formen-Größenangleichung um einen Ökonomieteil erweitert wurde.

Das Wohnhaus mit Kniestock ist geprägt durch gereihte rechteckige Fenstereinfassungen.

er repräsentative Charakter des Gebäudes wird unterstrichen durch sprossengeteilte Fenster, original klassizistische Haustüre und durch das mit Lüftungsgauben belebte Dach.

 

14. Winzerhaus – giebelständiger Streckhof (Kirchenweg)

Winzerhaus - giebelständiger Streckhof (Kirchenweg)Dem fünfachsigen Wohnteil aus dem Jahre 1844 folgt der Ökonomieteil in gleicher Richtung jedoch in veränderter Trauf- un Giebelhöhe.

Ausgewogenes Fassadenbild mit gemitteltem Eingang, sprossengeteilten Fenstern und Schlagläden. Originale klassizistische Haustüre mit Oberlichtteilung.

Typische Merkmale:

  • Schiefergedecktes Krüppelwalmdach
  • Sandsteinelemente als Fenster und Türeinfassung
  • Natursteinpflasterung

 

15. Winzerhof – Dreiseitgehöft (Bachstr.)

Winzerhof - Dreiseitgehöft (Bachstr.)Straßenseitig geschlossene Hofanlage mit ursprünglich siebenachsigem Wohnhaus barocker Prägung.

Um 1920 Erweiterung des Wohnhauses gartenseitig um zwei Fenster sowie Ausbau der zur Straße gelegenen Ökonomiegebäude.

Rechte Seite als Schnappsbrennerei, die den heute unter der Straße laufenden Bach zur Kühlung nutzte. Sandsteinfenstergewände, klassizistisches Türblatt.

 

 

Fotos: © Juergen Berg für Ortsgemeinde Longuich;

Verwendung nur mit ausdrücklicher Genehmigung